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Stephanie Haas:  Gesang, Rezitation, Perkussion
Christoph Haas:  
Langhalslaute, Psalter, Glocken, Rahmentrommeln, Perkussion

 
„Es ist schlicht eine Sensation, wie das Ensemble Cosmedin die Spiritualität des Mittelalters in ein Hörereignis schwebender Gegenwärtigkeit verwandelt. Ein Musizieren von derart magischer Intensität, dass mittelalterliche Musik wie ein direkter Vorläufer moderner Hörerfahrungen wirkt. Askese und Ekstase fusionieren hier zu einer geradezu hypnotischen Musik, die beides in so schwebender wie explosiver Balance hält. Das ist in Momenten von atemberaubender Magie! Das Ensemble Cosmedin führt so musikalisch einen inspirierten Dialog, nicht nur zwischen den Zeiten, sondern auch zwischen den Kulturen. Was dabei erscheint, ist das Angebot einer sinnlichen Askese. Dass das keine Armut bedeutet, sondern einen unendlichen Reichtum zugänglich macht, das wird hier – so körperlich wie spirituell – in jedem Augenblick erfahrbar."    (Thomas Milz)
 
Die Sängerin Stephanie Haas und der Musiker-Komponist Christoph Haas gründeten 1999 das Ensemble Cosmedin mit der Vision einer Musik der Gegenwart, die weit in die Vergangenheit zurückschwingt. Im Sinne einer „Transformation von Tradition“ (Wolfgang Huber) arbeiten die beiden seitdem kontinuierlich an der zeitgemäßen Aneignung frühester Überlieferungen. So konnte eine Dichte und Intensität des musikalischen Ausdrucks entstehen, die einzigartig ist im heutigen Musikleben.
 
Mit ihren CD-Einspielungen und Konzerten u. a. in den Kathedralen von Chartres, Vézelay und Chur, im Kölner Dom, in den Domen zu Mainz, Speyer, Bamberg, Brixen, Limburg, Frankfurt, Naumburg, Trier, in der Aachener Pfalzkapelle und der Oppenheimer Katharinenkirche, in St. Michael (Hildesheim) und San Lorenzo Maggiore (Mailand), im Ulmer und Berner Münster, in Ascona, Lugano, St. Gallen, Amsterdam, Straßburg, Paris, Wien, München, Berlin und auf zahlreichen Festivals (Voix et Route Romane, Festival Europäische Kirchenmusik, Hildegard-Herbst Bingen, Nibelungen-Festspiele Worms, Kultursommer Rheinland-Pfalz) haben sie sich europaweit ein begeistertes Publikum erspielt.
 
Kölner Dom Naumburger Dom Dom Xanten Aachen Pfalzkapelle
 
Strasbourg
Église Saint-Étienne
Altenberger Dom Vézelay Bamberger Dom
 

„Nichts kann unverwandelt gerettet werden.“ (Theodor W. Adorno)

Stephanie Haas und Christoph Haas stellen mittelalterliche Musik in den Kontext heutiger Erfahrungen. Sie erschließen damit dem Publikum auf einzigartige Weise die Relevanz und Aktualität Früher Musik.

 
"Seit 1999 arbeitet das Stuttgarter Künstlerpaar Stephanie und Christoph Haas an neuen Wegen zu alter und ältester, aber auch zu neuer Musik. Ihr Repertoire, dokumentiert auf mehreren CDs, spannt einen Bogen vom vorgregorianischen Choral bis in die Neuzeit. Der Gesang der Solostimme begegnet dabei einem umfangreichen Instrumentarium, dessen Wurzeln in den frühen Hochkulturen des Orients liegen."   (Stephan Rommelspacher, Domkapellmeister Trier)

"Wie leidenschaftlich und sensibel man mittelalterliche Vorlagen zu klingendem Leben erwecken kann, beweist das Ensemble Cosmedin mit subtilen, auf gründlichem Studium handschriftlicher Quellen basierenden Interpretationen vorgregorianischer Choräle, Werken von Hrabanus Maurus, Abaelard, Hildegard von Bingen und Leonin."     (Werner M. Grimmel, Komponist)

Hörbeispiel: Alleluia. Haec est domus Domini    (Mailand um 800)

Das Ensemble Cosmedin lädt dazu ein, die meditative Schönheit mittelalterlicher Gesänge neu zu entdecken als "eine sanfte und leuchtende Musik voller Leben" (Dernières Nouvelles Alsaciennes). Mittelalter und Gegenwart, Komposition und Improvisation sind bei Stephanie und Christoph Haas keine unüberbrückbaren Gegensätze, sondern inspirieren sich wechselseitig. Frühe Musik klingt hier authentisch - und zugleich überraschend neu. So entsteht eine Musik der Gegenwart, die weit in die Vergangenheit zurückschwingt und daraus Visionäres für die Zukunft birgt. Subtil leidenschaftliche Interpretationen entfalten eine unerhörte, die Seele berührende Intensität und öffnen damit einen neuen Zugang zu Alter Musik auch für diejenigen, denen die meditative Schönheit des gregorianischen Chorals bisher verschlossen war. Sind die Melodien und Texte auch viele Jahrhunderte alt - der Hörer spürt: Hier geht es nicht um museale Rekonstruktion, hier werden die grundlegenden Themen der „conditio humana“ verhandelt: "tua res agitur."

 

Ab und zu
Du
Gott noch immer Unbekannter
Berührst uns
Da fliegen wir
Für diesen Augenblick
Der alte Brunnen
noch lange nicht ausgeschöpft
(Marie Luise Kaschnitz)

 
Interpretation
Für die Interpretation Früher Musik ist das Studium der Quellen (und damit der intensive Austausch mit Historikern, Literatur- und Musikwissenschaftlern) selbstverständliche Voraussetzung. Stephanie und Christoph Haas bleiben dabei aber nicht stehen. Sie setzen ihr musikalisch-historisches Wissen, ihr Können und ihre Sensibilität ein, den Zugang zu diesen Quellen der Spiritualität neu zu öffnen. Sie fügen den mittelalterlichen Gesängen nichts äußerlich Modisches hinzu, sondern lauschen ihnen etwas ab - und geben damit der Frühen Geistlichen Musik etwas zurück, was im akademisch-musealen Gestus "authentischer" Aufführungspraxis oft verlorengeht: Vergegenwärtigung und Berührung.
 
Authentizität und Wahrheit
"Christoph Haas entlockt seinem Instrumentarium Töne, die an mittelalterliche Instrumente wie die Fidel, die Drehleier oder sogar die Maultrommel erinnern... nur alles sehr viel feiner, obertonreicher, stilisierter. Und das Stilisierte offenbart den Mut zur Wahrheit. Zu der Wahrheit, dass wir uns nicht mehr im Mittelalter befinden und deshalb auch nicht zur vermeintlichen Authentizität sogenannter historischer Aufführungspraxis gezwungen sind."   (Ralf Snurawa)
 
„Diese Musik atmet gleichermaßen einen wunderbaren, inneren Frieden sowie eine fast überirdische Freude. Die Gesänge und die Instrumentalkompositionen von Christoph Haas vermitteln gleichsam klingende Stille. Zu Herzen gehend die unprätentiöse Hingabe der Interpreten, die der Musik ein Höchstmaß an wohltuender Authentizität verleihen."   (Gabriele Karen Metsker)
 
"Stephanie und Christoph Haas halten mit ihren substantiellen Hildegard-Projekten gegen eine spekulative historische Aufführungspraxis dieser Musik. Und sie vermitteln so einen erstaunlich direkten Zugang zu dieser fernnahen Welt des 12. Jahrhunderts. Meditative und ätherische Klänge, die den Gehalt von Hildegards Texten in Töne malen - mit überraschender Reinheit und Schönheit. Sicher - ein Experiment. Indessen, wie es scheint, ein überaus gelungenes."  (Dr. Gaby Beinhorn, SWR 2 Kultur)


Naumburger Dom, Wandelkonzert August 2015

 
Spirituelle Tiefe
"Stephanie und Christoph Haas öffnen Fenster zur Spiritualität des Mittelalters. Voller Freude und Klarheit und innerem Tanz. Alles in diesem Singen und Musizieren ist durchdacht und gestaltet - und zeugt von berührender Hingabe. Musik, die nichts behauptet, aber alles bedeutet."   (Hansdieter Werner)
 
"Der künstlerische Umgang mit Musik aus dem Geist der Gregorianik führt zu einer meditativen Zwiesprache zwischen der Sängerin Stephanie Haas und dem Instrumentalisten Christoph Haas, der die spirituelle Ausdruckskraft der Gesänge unterstützt und fortspielt. So entsteht eine dichte musikalische Klangwelt zwischen alter und neuer Musik."  (Martin Erdmann, Gutes aus Klöstern)
 
"Das Klosterkonzert mit dem Ensemble Cosmedin gerann zu bestechender Einheit aus Gesang, Rezitation und Instrumenten. Wie „unendlich“ der Klang der Röhrenglocken, wie fein der zweifach gestrichene Psalter, die dezent geschlagenen Langhalslaute, Zimbel, Schellentamburin und Rahmentrommeln. Text und Musik waren von spiritueller Tiefe, einer unerschöpflich geistlichen Kraft, die dem Festival einen markanten Glanzpunkt aufsetzten."   (Peter Skobowsky)
 
"Aus dem Chor erschallt wie aus weiter Ferne - räumlich wie zeitlich - das Hodie aperuit. Silbrig steigt die Stimme von Stephanie Haas auf, windet sich schlank und weit tragend durch die mittelalterlichen Koloraturen. In der Reduktion der Mittel begegnen sich Mittelalter und Gegenwart: in der Performance des Ensemble Cosmedin kommt es zu einer Durchdringung der Geisteshaltungen und Stilwelten." (Markus Dippold)
 

Making of "Psalm/Tehilim"

 
Rückmeldungen zur CD "Psalm/Tehilim"
"Unfassbar, was ihr hier geschaffen habt! Die enorme Kraft der perfekten Aufnahme, das unglaubliche Niveau eures Schaffens beeindruckt mich sehr. Noch nie ist so etwas geschaffen worden von einem Ensemble für Alte Musik." Etty Mulder (Prof. Musikwissenschaft, Chevalier dans l' Ordre des Arts et des Lettres)  mehr...
 

 
Hörbeispiel: Alleluia. Non vos relinquam órphanos (Einsiedeln, ca. 1000; Gesang, Streichpsalter, Zimbeln)
 

Instrumente und mittelalterliche Sakralmusik
Obwohl sich Kirchenväter und Bischöfe vehement dagegen aussprachen, begleiteten die urchristlichen Gemeinden der Levante, Mesopotamiens und Ägyptens ihre Gesänge gerne instrumental. Wiederholte Konzils-Beschlüsse machen deutlich, wie hartnäckig der Widerstand gegen dieses Verbot war. Die instrumentale Begleitung sakraler Gesänge gründete in alten orientalischen Traditionen. Vor allem Frauen bewahrten die Erinnerung an Rahmentrommeln als sakrale Kultinstrumente, die auch Platz im christlichen Ritus haben sollten.

Im Gegensatz zu ihren Zeitgenossen plädierte Hildegard von Bingen vehement für den Einsatz von Musikinstrumenten beim Gotteslob. Sie bezieht sich dabei (in "Scivias", 13. Vision des 3 Teils, Nr. 16) ausdrücklich auf den Harfenspieler David. Bei besonderen Anlässen wurden die Gesänge in Hildegards Kloster von Instrumenten begleitet, wie Hildegards Sekretär Wibert von Gembloux bezeugt.

"Stephanie und Christoph Haas haben sich für ein Konzept entschieden, das die Gesänge in einen deutenden instrumentalen Klangraum stellt: Ihr Instrumentarium zeichnet sich - ebenso wie die monodischen Melodien des mittelalterlichen Gesanges - aus durch Grundton-Bezogenheit, Reichtum an Klangfarben und Obertönen. Dieses Konzept übersteigt die übliche historisierende Praxis. Es umrahmt nicht, es ist kein schmückender Zusatz, sondern substantiell."  (Dr. Barbara Stühlmeyer, Musikwissenschaftlerin)

Die Musikinstrumente des Ensemble Cosmedin
Psalter, Langhalslaute und Rahmentrommel entwickelten sich in den frühen orientalischen Hochkulturen Mesopotamiens und Persiens. Ebenfalls im Orient beheimatet, gehörte die Tenorfiedel Rubeba zu den wichtigen mittelalterlichen Streichinstrumenten. Über Byzanz, Spanien und Süditalien kamen diese Instrumente nach Europa. Noch vor der Orgel waren Glocken die ersten Musikinstrumente, die in Klöstern des deutschen Sprachraums sowohl in Choral-Begleitung und Liturgie als auch im Musik-Unterricht des Quadriviums verwendet wurden.

 

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