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Programme
"Du hast meine Trauer in Tanz verwandelt"
Psalmvertonungen des 4. bis 11. Jahrhunderts aus Mailand, St. Gallen, Paris

Stephanie Haas (Gesang, Psalmenrezitation auf hebräisch und deutsch, Zimbel, Sistrum, Rahmentrommel)
Christoph Haas (Langhalslaute, Psalter, Glocken, Gong, Rahmentrommel, Shofar)

"Mit Psalmvertonungen aus Mailand, St. Gallen und Paris zieht das vortreffliche Ensemble Cosmedin die Hörer geradezu magisch in einen Klangraum, dessen schöpferische Kraft die Sinne belebt und Balsam für die Seele ist. Ein großer Atem erfüllt diese Musik, die so einfach ist und zugleich so reich, so sinnlich und zugleich so kontemplativ. Ein sublimes Schimmern umgibt diesen Klangkörper, ein intensives Glühen, mitunter ein kristallines, geradezu astrales Leuchten. Diese Musik umfängt eine Aura, auf deren sanft pulsierenden Schwingen man nicht nur in das Paradies zu gleiten vermag, sondern auch auf den tiefsten Grund des Menschen. Die Kunst der Melismatik entfacht eine entrückte Klangpoesie. Stephanie Haas, eine charismatische Meisterin der innigen, tief empfundenen Phrasierung, beherrscht diese Kunst perfekt. Hinzu kommen die kongenialen Instrumentierungen und Arrangements von Christoph Haas. Er versteht es, mit minimalem Aufwand rhythmische Seelenlandschaften und Erlebensräume zu erschaffen, regelrechte Klangkosmen. Da ist das erdige, temperamentvolle Brodeln der Rahmentrommel, da ist das filigrane Vibrieren des Streichpsalters, da sind die majestätischen Lockrufe des Muschelhorns und die sphärischen Glasperlenspiele der Röhrenglocken. "Du hast meine Trauer in Tanz verwandelt" ist der Titel dieses atmosphärisch dichten Gesamtkunstwerks aus alten sakralen Gesängen, Instrumentalmusik und hebräisch-lateinisch-deutscher Textrezitation. Ein spiritueller Kosmos, in dem Seele und Leib eins werden, Himmel und Erde verschmelzen, Trauer sich in Tanz verwandelt." (Rüdiger Schwarz, April 2017)

"Ein ebenso bewegendes wie außergewöhnliches Musikereignis."
(Rhein-Main-Presse, August 2015)

Hörbeispiele (mp3)
Singet dem Herrn ein neues Lied (Psalm 98)

Alleluja. Cantate Dominum canticum novum Paris (um 1000)

Meister Eckhart: "Liebe kennt kein Warum"
Musik und Texte
Stephanie und Christoph Haas rezitieren Texte Meister Eckharts (1260 - 1328) und interpretieren Gesänge aus seinem Umfeld, u. a. aus dem unlängst wieder entdeckten "Erfurter Rituale" (1301). "Näher kann man Meister Eckart musikalisch nicht kommen" (SWR 2). 'In dem Begin', ein großes Gedicht in mittelhochdeutscher Sprache voll prägnanter Sprachbilder steht im Zentrum. Sprache an den Grenzen der Sprache. Vertont mit asketischer Perkussion öffnet sich ein Raum klingender Stille.
Hörbeispiele (mp3):
Adorna Thalamum Immutemur habitu

Exaudi nos, domine

"Gott leuchtet in allen Dingen"

"Du aber sei ohne Angst"
Gesänge der Hildegard von Bingen und Texte aus ihren Briefen und Visionsschriften

Hildegard von Bingen (1098-1179), eine der bedeutendsten Frauen des deutschen Mittelalters, ist heute weltweit bekannt. Ihre Zeitgenossen waren gleichermaßen von ihr fasziniert wie Menschen, die heute nach spiritueller Orientierung, Ganzheit und Heilung suchen. Zahlreiche ihrer visionär-prophetischen Gesänge und Schriften sind überliefert. Über viele Jahre korrespondierte sie mit den geistlich und politisch Mächtigen ihrer Zeit, mit Kaisern, Bischöfen und Klöstern, die sich an die Äbtissin gewandt und um Rat gebeten hatten. Ihre leidenschaftlichen und tröstenden Antworten berühren noch heute.
Im Herbst 2012 war das Ensemble Cosmedin eingeladen, die Feierlichkeiten anlässlich der Erhebung der Hl. Hildegard zur Kirchenlehrerin in Eibingen musikalisch zu begleiten. Im Konzert interpretieren Stephanie und Christoph Haas Gesänge der Hildegard von Bingen und rezitieren Texte aus ihren Briefen und Visionsschriften.
Hörbeispiele (mp3):
O quam magnum miraculum   Hildegard von Bingen, Gesang, Streichpsalter
"Die Heiterkeit der ewigen Freude"   Hildegard von Bingen
O viriditas digiti Dei    Hildegard von Bingen
"Der Leib ist das Gewand der Seele"   Hildegard von Bingen an die Mainzer Prälaten 1178


„Denn ein menschlich Hertz ist wie ein Schiff auff eim wilden Meer“
Martin Luther und die Quellen
Musik und Texte aus Wittenberg, Metz, Paris, Mailand
Musik heilt und ermutigt, tröstet und richtet auf. Beim Singen der gregorianischen Psalmen hatte auch Martin Luther das am eigenen Leib erfahren. Seine neuen Lieder in deutscher Sprache wurden zu einer treibenden Kraft der Reformation. Aber aus welchen Quellen schöpfte der Reformator? Und welche Rolle spielten die Psalmen dabei? Mit Psalter, Laute, Glocken, Zimbel und Rahmentrommel interpretieren Stephanie und Christoph Haas Lieder der Reformationszeit und stellen ihnen die Quellen gegenüber, auf die sich Luther bezog: „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ / “De profundis clamavi ad te“, „Verleih uns Frieden gnädiglich“ / “Da pacem, Domine“, „Christ lag in Todesbanden“ / “Victimae paschali“, „Inmitten unsres Lebenszeit“ / “Media vita“. Verwoben mit der Musik rezitieren sie Psalmen im hebräischen Urtext und in Luthers Übersetzung. Im Zusammenklang von hebräischen Psalmen, gregorianischen Gesänge und Liedern der Reformation werden Unterschiede deutlich. Vor allem aber wird die tiefe innere Verbundenheit der Konfessionen und Religionen spürbar, die viel zu lange unter dem Streit der Worte und Taten vergraben war. „Ein vielschichtiges, glänzend strukturiertes Mosaik" (Stuttgarter Zeitung) und nicht zuletzt ein wichtiger Beitrag zur Versöhnung der Erinnerung zwischen den Konfessionen und Religionen.
Hörbeispiele (mp3)
"Ein menschlich Hertz" Martin Luther, Psaltervorrede (1528)
"Inmitten unsers Lebens Zeyt" Johann Walter (1524)/Reichenau (1080)/ Martin Luther (1524)


Carmina Divina

Musik aus der Zeit der Karolinger, die Jahrhunderte lang in Klosterbibliotheken vergessen war: Hymnen von Hrabanus Maurus (780 - 856), dem Benediktiner-Mönch, Abt von Fulda und Erzbischof von Mainz. Einige seiner Hymnen wurden 2006 vom Ensemble Cosmedin erstmals auf CD eingespielt und im Mainzer Dom der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Instrumentierung folgt Hraban's Schrift "De rerum naturis": Zimbeln (cymbala), Glocken (tintinnabulum), Laute (cithara) und Rahmentrommel (tympanum).

Hörbeispiel (mp3):
Laus pia perpetua (In honorem sanctae crucis XXV) Hrabanus Maurus (780 - 856);
Stimme, Santurpsalter, Glocken, Zimbel

Alleluja
Gesänge der Freude
Gott ist unsagbar. Worte vermögen nicht, die mystische Erfahrung unmittelbarer Gottesnähe auszudrücken. Das Alleluja überschreitet die begrenzten Möglichkeiten der Sprache, lässt den Raum des Heiligen mit Körper, Geist und Seele betreten. Als Klang gewordener Atem bewegen sich die Melodien, von einer Gestalt in die andere verströmend. Darin artikuliert sich die Sehnsucht, dass der Jubel nie enden möge. Das Ensemble Cosmedin interpretiert Werke von Hrabanus Maurus und Hildegard von Bingen sowie Gregorianische Choräle aus Sankt Gallen, Einsiedeln, Paris und Mailand. "Wer jubiliert, spricht keine Worte, sondern es ist ein Sang der Freude ohne Worte, es ist die Stimme des in Freude aufgelösten Herzens - und für wen geziemt sich diese Jubilatio mehr als für den unaussprechlichen Gott? Unaussprechlich ist er, denn die Sprache ist zu arm für ihn." (Augustinus)
Hörbeispiele (mp3):
Alleluia. Haec est domus Domini   Mailand; Gesang, Glocken, Streichpsalter
Alleluia. Sancte Michael  Rom; Gesang, Glocken
Alleluia. Beati oculi  Paris (ca. 1080); Gesang, Streichpsalter
Alleluia. Non vos relinquam órphanos  Einsiedeln (ca. 1000); Gesang, Streichpsalter, Zimbeln
Alleluia. Omnes gentes plaudite manibus  Sankt Gallen (ca. 900); Gesang, Streichpsalter, Tambura
Alleluia. Pascha nostrum immolatus est  Rom, Lateran-Basilika (um 650)
Alleluya. Benedictus es Domine  Leonin, Paris, Notre Dame (um 1180)

"Vom Feuer der Liebe"
Gesänge der Hildegard von Bingen (1098 -1179), Ambrosianische Gesänge und Gregorianik, Poesie von Hrabanus Maurus (780 - 856)
Verwoben mit den Gesängen rezitieren Stephanie und Christoph Haas aus der Apostelgeschichte des Lukas im griechischen Urtext und in der frühesten Luther-Übersetzung.

"Komm mit mir zu Atem. Und drüber hinaus"
Aribert Reimann (*1936): Eingedunkelt. Neun Gedichte von Paul Celan  (1992)
Christoph Haas (*1953): Atempausen. Zwischenspiele (2013)

"Das Sichtbare und das Unsichtbare"
Gregorianische Gesänge aus Sankt Gallen und Paris, Kompositionen von Sofia Gubaidulina und Hildegard von Bingen. Texte von Nikolaus Cusanus ("De visione Dei") und aus den Visionsschriften der Hildegard von Bingen.

"anima mea"
"Magnificat anima mea Dominum..." das berühmte Canticum Mariae korrespondiert mit dem Lobgesang „Salutatio Beatae Mariae Virginis“ des Francesco d'Assisi, mit Kompositionen der Hildegard von Bingen und Gesängen aus Paris, Mailand, Sankt Gallen und Erfurt - eine subtil leidenschaftliche „Musik der Seele“.
Hörbeispiele (mp3):
Magnificat Salutatio Beatae Mariae Virginis
O viriditas digiti Dei Qui habitat in adiutorio altissimi

"Caritas abundat in omnia"
- Die Liebe durchströmt alles -
Gregorianische Gesänge, Texte von Klara und Franz von Assisi
Hörbeispiele (mp3):
Cantico delle creature    Credo, quod Redemptor meus vivit
Salutatio Beatae Mariae Virginis  
 

La música inventa al silencio

Kompositionen von Konrad Lechner (1911-1989), Tomás Luzian (1944-1996), Sofia Gubaidulina (*1931), Hildegard von Bingen (1098-1179) und Christoph Haas (*1953)

"Über neun Jahrhunderte spannt sich der Bogen der Werke, die Stephanie und Christoph Haas ausgewählt haben. Der Titel entstammt einem Gedicht von Octavio Paz. Musik heißt es dort, erstrecke sich in die Stille hinein wie Architektur in den Raum. Stille sei der Raum der Musik. Meditative Ruhe ist die Grundstimmung dieser Aufnahmen. Mit wundervoll leicht geführter Stimme spürt Stephanie Haas den Facetten der Vokalstücke nach. Sofia Gubaidulinas "Aus  den Visionen der Hildegard von Bingen" (1994) korrespondiert mit Hildegard von Bingens eigenem Lob des feurigen Geistes "De Spiritu Sancto - o ignee Spiritus". Im Zentrum stehen Tomás Luzians "Elegie" (1996) auf einen Text von Walther von der Vogelweide und Konrad Lechners "In Die Paschae" (1975). Die herbe Schönheit und die schwermütige Elastizität der expressiven Gesangslinien verweisen dezent auch auf die Tangoerfahrung des 1944 in Argentinien geborenen, vor vier Jahren in seiner deutschen Wahlheimat verstorbenen Luzian. Kontrastiert werden diese Vokalwerke durch vier sensibel gestaltete, bei aller Sorgfalt im Aufbau improvisatorisch wirkende Percussiontableaus von Christoph Haas. Mit Gong, Gungroos, Rahmentrommeln, Tambura und anderen Schlaginstrumenten werden subtil entwickelte Klangwelten beschworen." Werner Müller-Grimmel (FAZ)
Hörbeispiele


Rubín

Liebe, Leidenschaft, Passion - im Rubin in leuchtend kristalliner Form geborgen - umfassen das Themenspektrum dieses Konzertes: Vorgregorianische Choräle aus der Lateran-Basilika, Poesie von Hrabanus Maurus (780 - 856), Werke von Abaelard (1079 - 1142), Hildegard von Bingen (1098 - 1179) und Leonin (um 1180) führen in eine Klangwelt, leuchtend wie der kostbare Edelstein.
Hörbeispiele