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Rezensionen

 
Spirituelle Tiefe und geistliche Kraft
Das Klosterkonzert mit dem Stuttgarter Künstlerpaar Stephanie und Christoph Haas als Ensemble Cosmedin gerann zu bestechender Einheit aus Gesang, (lateinischer, italienischer und deutscher) Rezitation und Instrumenten - einen gewaltigen, dennoch dezenten Horizont aufreißend, einen wahren Kosmos der Geschöpflichkeit vor Gott. Dies spürte man beiden Künstlern zutiefst ab. Von ihrer Kunst ergriffen, in deren Dienst wirkend, gab es demütige Ausstrahlung. Das Faszinosum ihres Auftritts führte zu ansteckend meditativer Stille des mitatmenden Aufnehmens. Wie "unendlich" der Klang der Röhrenglocken, wie fein der zweifach gestrichene Psalter, die dezent geschlagenen Langhalslaute, Zimbel, Schellentamburin und Rahmentrommeln. Dazu das Eigene der Stimme in Rezitation und Gesang. Text und Musik waren von spiritueller Tiefe, einer unerschöpflich geistlichen Kraft, die dem Festival einen markanten Glanzpunkt aufsetzten, mündend in die Zugabe: Lob der Dreieinigkeit der Hildegard von Bingen. (Peter Skobowsky, Rems-Zeitung Schwäbisch Gmünd)
 
Magisches Konzertereignis
Ensemble Cosmedin übersetzt ost-westliches Mittelalter in klingende Gegenwart

Wer bei diesem betörend-sinnlichen, faszinierend-klugen Konzert in der Stadtkirche Schorndorf nicht dabei war, der hat was versäumt! Es war schlicht eine Sensation, wie das Ensemble Cosmedin vor einem begeisterten Publikum die Spiritualität des Mittelalters in ein Hör-Ereignis schwebender Gegenwärtigkeit verwandelte. Ein Musizieren von derart magischer Intensität, dass mittelalterliche Musik wie ein direkter Vorläufer moderner Hör-Erfahrungen wirkte.
Wenn Stephanie Haas singt, wird mit virtuoser Klangfülle eine nach innen gebändigte Glaubensekstase hörbar, bei der sie den Vereinigungswunsch von Körper, Geist und Seele mitsingt. Das wird unterstrichen von den lockend sirrenden Klängen, die Christoph Haas mit Psalter und Langhalslaute erzeugt. Askese und Ekstase fusionieren hier zu einer geradezu hypnotischen Musik, die beides in so schwebender wie explosiver Balance hält. Das ist in Momenten von atemberaubender Magie!
Dabei haben diese beiden lebensklugen Künstler mit einer derzeit grassierenden ätherischen Unverbindlichkeit nichts am Hut! Der Gefahr des entzückten Abhebens begegnen sie durch bestechend elegante Erdungen in ihren perkussiven Zwischenspielen. Da greifen sie beide zu Rahmentrommeln, bewegen sich dazu tanzend mit ungezwungener Erotik und erinnern somit an die Rechte des Körpers. Sie verbinden damit das Heilige mit dem Profanen, das Kloster und dessen damalige hochkulturelle Avantgarde-Musik mit dem Marktplatz und dessen rhythmisch betonter Tanzmusik. Dem Stuttgarter Duo geht es nicht um historische Rekonstruktion Früher Musik. Es hat aber die höhere Wahrheit des geschichtlich inspirierten Eingedenkens auf seiner Seite. Und nicht zuletzt machen sie deutlich: Wo wäre die Kultur des Abendlandes ohne ihre Ursprünge im Morgenland?
Das Ensemble Cosmedin führt so musikalisch einen inspirierten Dialog, nicht nur zwischen den Zeiten, sondern auch zwischen den Kulturen. Was dabei erscheint, ist das Angebot einer sinnlichen Askese. Dass das keine Armut bedeutet, sondern einen unendlichen Reichtum zugänglich macht, das war in diesem außerordentlichen Konzert – so körperlich wie spirituell – in jedem Augenblick erfahrbar.

(Thomas Milz, Schorndorfer Nachrichten)
 
Ensemble Cosmedin begeistert im St. Viktor-Dom Xanten
Stephanie und Christoph Haas bestachen schon durch das Erscheinungsbild. In tiefschwarzem, schlichten mittelalterlichem Gewand schritt Stephanie Haas singend durch den Mittelgang in Richtung Altarraum. Die Stimme klang klar und die Blicke des Publikums richteten sich unweigerlich auf das flammrote Haar der Solistin. Gregorianische Gesänge durchströmen Wellen gleich den Dom. Voll Spannung lauschen die zahlreich erschienenen Besucher den sanften Tönen des Streichpsalters und der Glocken. Texte, Musik und Gesang ergaben ein musikalisches Gesamtbild von besonderer Qualität. Ein absolutes Hörerlebnis!“
   (WAZ)
 
Magischer Abend, leise und intensiv
„Frühe Gesänge und meisterhaft gespielte Instrumente. Alles schien zu fließen in einer universellen Harmonie, in der die im ursprünglichen hebräi-schen Wortlaut rezitierten Psalmen die Tiefe des Ausdrucks noch verstärkte und das gebannt lauschende Publikum Raum und Zeit vergessen ließen. Ein magischer Abend, sehr leise und sehr intensiv, der bei den Zuhörern einen tiefen, lange nachwirkenden Eindruck hinterließ.“ (HNA 3.5.2017, Z. Pujiula)
 
Musik wie von einem anderen Stern
Ensemble Cosmedin beschert ein Klangerlebnis der Extraklasse
Mit Psalmvertonungen des 4. bis 11. Jahrhunderts aus Mailand, St. Gallen und Paris zieht das vortreffliche Ensemble Cosmedin die Hörer geradezu magisch in einen Klangraum, der für heutige Ohren fremd und geheimnisvoll anmuten mag, dessen schöpferische Kraft jedoch die Sinne belebt und Balsam für die Seele ist. Die beiden Virtuosen verbinden Gregorianische Gesänge, Trancerhythmen und mikrotonale Avantgarde stimmig zu einer Klangwelt von atemberaubender Schönheit.
Ein großer Atem erfüllt diese Musik, die so einfach ist und zugleich so reich, so sinnlich und zugleich so kontemplativ. Ein sublimes Schimmern umgibt diesen Klangkörper, ein intensives Glühen, mitunter ein kristallines, geradezu astrales Leuchten. Diese Musik umfängt eine Aura, auf deren sanft pulsierenden Schwingen man nicht nur in das Paradies zu gleiten vermag, sondern auch auf den tiefsten Grund des Menschen.
Die Kunst der Melismatik entfacht eine entrückte Klangpoesie voll bezirzendem und hypnotischem Zauber. Stephanie Haas, eine charismatische Meisterin der innigen, tief empfundenen Phrasierung, beherrscht diese Kunst perfekt. Die Stimme, ja der ganze Leib wird zum Gefäß eines visionären Klangerlebens. Hinzu kommen die kongenialen Instrumentierungen und Arrangements von Christoph Haas. Er versteht es, mit minimalem Aufwand rhythmische Seelenlandschaften und Erlebensräume zu erschaffen, regelrechte Klangkosmen. Da ist das erdige, temperamentvolle Brodeln der Rahmentrommel, da ist das filigrane Vibrieren des Streichpsalters, da sind die majestätischen Lockrufe des Muschelhorns und die sphärischen Glasperlenspiele der Röhrenglocken. All dies erklingt wie von Geisterhand gespielt.
"Du hast meine Trauer in Tanz verwandelt" ist der Titel dieses atmosphärisch dichten Gesamtkunstwerks aus alten sakralen Gesängen, Instrumentalmusik und hebräisch-lateinisch-deutscher Textrezitation. Ein spiritueller Kosmos, der in ein ekstatisches Fest aus vitalem Rhythmusfeuer und und verzücktem Tanz mündet, in dem Seele und Leib eins werden, Himmel und Erde verschmelzen, Trauer sich in Tanz verwandelt. (Rüdiger Schwarz)
 

Liebeslyrik und virtuoses Können
Das Wort stammt aus dem Hohenlied Salomonis: "Stark wie der Tod ist die Liebe." Es stand über einem Passionskonzert, zu dem am Palmsonntagnachmittag das Ensemble Cosmedin und viele Zuhörer in die Martinskirche gekommen waren. Stephanie Haas rezitierte im Zentrum die Liebeslyrik des biblischen Hohenlieds und sang mit ihrer dunkel getönten und ausdruckstiefen Mezzostimme in lateinischer Sprache Psalm- und Gebetstexte. Mit maßvoll verzierten Psalmgesängen hatte Stephanie Haas schon von Beginn an die Zuhörer in eine Art meditativen Bann gezogen. Zu diesem Sog kam virtuoses Können: Beeindruckend, mit welcher vielschichtigen Kunstfertigkeit und welchem Klangsinn der Percussionist Christoph Haas auf einer einfachen Rahmentrommel komplexe Rhythmen ausformt und in Klänge bettet. In "Tetraktys", einem Tanz mit seiner Frau, verbindet er die Takte der Schritte und Gegentakte auf der Trommel. In diesen Gesängen, im Wechsel mit rein Instrumentalem, vermittelt sich viel von verschütteter mittelalterlicher Spiritualität. In der Verbindung uralter und moderner Klangräume glückte eine Intensität, die sich am Ende in einer langen, tief angerührten Stille bei den Zuhörern zeigte. Und nach einem fast ebenso langen Beifall hatten die beiden Künstler noch zahllose Fragen zu beantworten. Was sie - jeder eine Menschentraube um sich - auch geduldig taten.      (Stuttgarter Zeitung)

 
Stringente Interpretation früher Sakralmusik
Beim Kulturprogramm der Nibelungenfestspiele Worms verwandelte das Ensemble Cosmedin den Kreuzgang des Dominikanerklosters St. Paulus in einen Ort der Begegnung mit transzendent anmutenden Klängen. Streichpsalter, Rahmentrommeln und Röhrenglocken entführten in eine andere Welt, von Stephanie Haas souverän mit himmelwärts strebendem Gesang überwölbt. Eine stringente Interpretation früher Sakralmusik.    
(Mannheimer Morgen)
 
Klösterlich inspiriertes Ideal
Gesänge der Hildegard von Bingen im glasklaren, facettenreichen Sopran von Stephanie Haas, untermalt von Langhalslaute, Röhrenglocken oder mit Bögen gestrichener Psalter zum Auftakt des Hildegard-Herbstes. Gegliedert wurden die Gesänge durch Rezitationen aus Hildegards Schriften. Dies alles in der vibrierenden Spannung des sakralen Raums, in dem sich Klänge und Worte sanft aus dem Nichts herauszuschälen schienen, hohe Töne sich langsam wieder an die Stille schmiegten.
Das Projekt entrückt den Hörer in eine spannende und im Getöse der Zeit so notwendige Dimension der Ruhe und Besinnung. Aus dem Mut der Künstler zur Einfachheit erwächst ein quasi klösterlich inspiriertes Ideal musikalisch inszenierter Klangarmut. Die Kompositionen von Christoph Haas schaffen ein mystisches Ambiente, verbreiten sich so auf transparenten Klangflügeln in den Höhen des Kirchenschiffs, beseelt mit der erprobten Kraft des Rituals.
Im Konzept der Dramaturgie zwischen alter Gesangstradition und neuer Instrumentierung, zwischen West und Ost, zwischen Wort und Musik und zwischen Frau und Mann ruht die Stärke dieses Programms.
 
(Gernot Blume, Allgemeine Zeitung Bingen)
 
Sanft zurückhaltend und mit feuriger Leidenschaft
Bei seinem Auftritt im voll besetzten Kreuzgang des Dominikanerklosters St. Paulus fesselte das Ensemble Cosmedin mit einem atmosphärisch dichten Programm. Im Zentrum die klare Stimme von Stephanie Haas, die das sakrale Liedgut sanft zurückhaltend und mit feuriger Leidenschaft interpretiert. In den Eigenkompositionen von Christoph Haas wird deutlich, wie gut hier die Synthese von alter und neuer Musik gelingt. Bei "Itinera" greift auch Stephanie Haas zur Rahmentrommel, und das Ehepaar beginnt sich tanzend zu umkreisen, während es einander kontrastierende Rhythmen schlägt. Trotz fordernden Beifalls gab es keine Zugabe, doch die wäre ohnehin fehl am Platze gewesen: Eine Reise, die bei Dantes "Divina Commedia" beginnt und bei einem Loblied auf Maria endet, benötigt keinen Nachtrag.   
(Rhein Main Presse)
 
Die aufgehobene Zeit
Das Konzert wurde geprägt durch den auserlesen fein artikulierten und modulierten Gesang von Stephanie Haas. Umfangen wurde die Stimme von Liegeklängen auf den gestrichenen Saiten das Psalters und der orientalischen Langhalslaute sowie zarten Glocken, nach pythagoräischer Weise gespielt von Christoph Haas, der auch rhythmisch akzentuierte Instrumentalkompositionen beisteuerte. Die klare Präsenz der beiden Künstler führte das an diesem Abend zahlreiche Publikum zur Meditation über die Gedanken Meister Eckharts. Für die Hörer schien die Zeit wie aufgehoben durch eine vor Leben bebende, sanfte und leuchtende Musik.   (
DNA Strasbourg)

Unter dem Motto "Aus den Visionen der Hildegard von Bingen" konzertierte das "ensemble cosmedin" in Badenweiler und begeisterte die zahlreich erschienenen Zuhörer. Vom ersten Augenblick an interagierten Stephanie und Christoph Haas kongenial – sowohl in der Musik als auch in der Choreographie. Mit glockenreinem Sopran und Instrumenten wie Glockenspiel, Rahmentrommel und Streichpsalter machten sie Hildegards visionäre Musik auf faszinierende Weise lebendig. Das Lob der Gottesmutter und Jungfrau Maria erhielt im Vortrag "O quam magnum miraculum" eine geradezu magische Ausdruckskraft. Christoph Haas hat mit subtiler Kreativität und authentischem Duktus nicht nur die Lieder instrumentiert, sondern auch Stücke komponiert, die auf außergewöhnliche Weise einen Bogen zwischen dem 12. Jahrhundert und der zeitgenössischen Musik schlagen. Das Publikum applaudierte lange und begeistert.“    (Badische Zeitung 30.8.2016)

Der Westchor der Katharinenkirche Oppenheim war Ort eines ebenso bewegenden wie außergewöhnlichen und in seiner Art seltenen Musikereignisses. Psalmvertonungen aus den Klöstern Sankt Gallen, Einsiedeln und Mailand in Verbindung mit lateinischer, hebräischer und deutscher Rezitation erschloss das Ensemble Cosmedin für die Gegenwart. Stephanie Haas, eine der besten und profiliertesten Interpretinnen mittelalterlicher Gesänge, und Multi-instrumentalist Christoph Haas füllten auf wunderbare Weise die Weite des Westchores mit Musik, die anruft und klagt; aber dabei nicht stehenbleibt, sondern zu Trost und Freude hinführt. Ihre ergreifende Rezitation von Psalm 22 in hebräischer Sprache war von großer Kraft. In Verbindung mit Glocken und Sistrum wurde Psalm 146 „Alleluja, Lauda anima mea Dominum“ zu einem leuchtenden Ganzen. Rahmentrommel und Glöckchen begleiteten in der Komposition „Modulation“ den Tanz. Dabei beeindruckte das Ensemble mit Temperament und Emotion sowie der Faszination rhytmisch-hypnotischer Klänge. Psalm 150 in hebräischer Rezitation, begleitet von Muschelhorn und Glöckchen, ließ in seiner vollkommenen Korrespondenz von Raum, Text und Musik die Zuhörer wie gebannt lauschen. Stephanie und Christoph Haas bedankten sich für den herzlichen Applaus mit einer Zugabe."   (
Rhein-Main-Presse 31.8.2015)
 
Keusche Demut, Leidenschaft und Verzückung
"
Stephanie und Christoph Haas zeigten sich als Wanderer und Brückenbauer zwischen der Musikwelt des frühen bis hohen Mittelalters und der Moderne. Und siehe da, die entzauberte Jetzt-Zeit und die tiefreligiöse Vergangenheit berühren und beleuchten sich ganz eigentümlich. Aufregend und interessant die melismatisch-modalen einstimmigen mittelalterlichen Gesänge - für heutige Komponisten eine ergiebige Inspirationsquelle. Zumal für Christoph Haas, dessen Eigenkompositionen vielfach Proportionsdenken entspringen, wie es in der Antike entstanden, im Mittelalter in Musik und anderen Künsten wie etwa der Kirchenarchitektur hochwirksam war. Christoph Haas hatte diesmal seine Trommeln, die oft archaische Urgewalten heraufbeschwören, zu Hause gelassen. Stattdessen widmete er sich vor allem dem, was er in den letzten Jahren an innovativer Spieltechnik entwickelt und perfektioniert hat: Die Arbeit mit meist zwei Streichbögen gleichzeitig an den üblicherweise gezupften alten Instrumenten Langhalslaute und Psalter. Dabei gelingt es ihm spielend, ein tragendes Klangfundament zu legen, das mal den Gesang trägt und begleitet, mal mehrstimmig kontrapunktiert oder umspielt. Fast nebenbei, ganz sicher aber behutsam grundieren so moderne Elemente den Gesang. Stephanie Haas versteht es, die Gesänge zwar stilistisch einheitlich, dennoch je nach Textgehalt mit Temperament, Phrasierung und Färbung unterschiedlich zu gestalten. Da ist nicht nur heiliger Schauer oder keusche Demut, daraus spricht bisweilen auch Leidenschaft und Verzückung. Das von einem SWR-Fernsehteam gefilmte Konzert fließt ein in eine Fernsehsendung über Hildegard von Bingen."
(
Bernd Heiden, Sindelfinger Zeitung)
 
Eine Einstimmung auf das Pfingstfest hatte Christoph Bogon den Konzertbesuchern in seiner kurzen Begrüßung versprochen. Was die faszinierten Zuhörer dann vom Ensemble Cosmedin geboten bekamen, war die gut einstündige Inszenierung eines fantastischen, Zeit und Raum umspannenden Gesamtkunstwerkes aus geradezu sphärischen Klängen, die zum Teil dem frühen Mittelalter entspringen, zum Teil aber auch aus der Feder von Christoph Haas stammen.

Mit wenigen gezielten Strichen auf dem Psalter, mit nahezu gehauchten Tönen der Laute, dem warmen, einhüllenden Hall der Röhrenglocken oder der rhythmischen Prägnanz leiser Trommelschläge begleitete er die klare, volltönende, den ganzen Kirchenraum füllende, strahlkräftige Stimme seiner Frau Stephanie Haas. Diese trug Melodien aus Sankt Gallen um 1050, Gesänge von Hrabanus Maurus oder Lieder von Hildegard von Bingen vor, aber auch rhythmisch gesprochene Texte, teilweise das antike Versmaß akzentuierend. Die Apostelgeschichte rezitierte Stephanie Haas im altgriechischen Urtext, einen Text von Hrabanus Maurus, der Jahreszeiten mit Himmelsrichtungen kombiniert, vergegenwärtigte sie durch die jeweilige Drehung des Körpers. Das Versmaß des Hrabanus Maurus-Textes "Alles strahlt vom wahren Lichte Christi" unterstrich Christoph Haas durch punktierte Rhythmen, während umgekehrt beim Stück "Lux et dies" nach einem frühchristlichen Choral die Stimme die Töne der Röhrenglocken aufnahm und in weiten Intervallsprüngen, dem Hall nachhorchend, imitierte.

Jedem Stück hört das Duo seinen ihm immanenten Gestus ab, bringt diesen zum Klingen, akzentuiert die Dynamik und Dramatik des Textes, die direkt anspricht. Die Grenzen zwischen den einzelnen Stücken zerfließen, öffnen sich in meditatives Raum- und Zeitgefühl. Dem gibt der Einsatz der Röhrenglocken zusätzliche Nahrung, ebenso der intensive, hohe Ton eines mit großem Bogen gestrichenen Klangstabes. Mittendrin "Itinera" - Wege. Trommelnd erobern die beiden den Kirchenraum, umtanzen und umspielen sich, auch dies eine Art von archaischem, spirituellem Musizieren, das sich lückenlos einordnet in das Sprechen, aber auch in den schwebenden Gesang.

Die Lieder Hildegards von Bingen bildeten die Schwerpunkte in der Abfolge teilweise recht kurzer, wenngleich atmosphärisch dichter Klangfolgen im Wechsel von alten Vorlagen und Eigenkompositionen, die auch in ihren Titeln wie "Topazio" oder "Rubin" Assoziationen an (Klang-)Farben wecken. Aber auch das sehr kurze, rein instrumentale Stück "Saltatio" machte seinem Namen alle Ehre, und die ausgedehnteste Eigenkomposition, "Cruzar" spielte mit ausgesprochen starken Dissonanzreibungen. Die Zuhörer folgten dieser spirituellen Reise begeistert.
(
Karin Steinebrunner, Badische Zeitung)                         Konzert-Kritik im Original (pdf)

West meets East
"Auf wunderbare Weise bringt das Ensemble Cosmedin mit Stephanie Haas (Gesang) und Christoph Haas (Percussion) mittelalterliche Musik zum Klingen. Beiden ist der Brückenschlag zwischen Alter und Neuer Musik ein Herzensanliegen, was sie in den Arrangements der Lieder und der stimmlichen Interpretation verwirklichen. So berühren die Kompositionen Hildegard von Bingens uns noch eindringlicher, wenn der Klang einer Langhalslaute wohldosiert zum Einsatz kommt oder Zimbeln, Rasseln und Röhrenglocken das Sakrale der Musik unterstreichen. Stephanie Haas gelingt es mit ihrer Stimme und Präsenz, einen zeitlosen Raum in uns zu öffnen, in dem stilles Lauschen geschieht."
(Ranva Görner, Verlagsleiterin)
 
Dimanche à Chartres: Hildegard de Bingen à la cathédrale
"Hildegard de Bingen fut une personnalité exceptionelle du XIIe siècle. Dimanche, à la cathédrale de Chartres, le couple de musiciens allemands, Stéphanie et Christoph Haas, a permis aux nombreux spectateurs présents de découvrir en partie la production de la sainte rhénane. A l'aide de percussions et d'un luth, Christoph Haas a su créer un environnement sonore magnifique, très intériorisé, concu spécialement pour le sanctuaire chartrain. La voix chaude, prenante de Stéphanie Haas, qui est par ailleurs l'une des grandes interprètes de musique médiévale en europe, a fait revivre de facon magistrale des chants vieux de 800 ans.
Le public a été envoûté par cette rencontre toute de méditation et de foi mystique, hors du temps et des critères traditionnels." 
(
Y.B., l'écho de Chartres)
 

Momente zeitloser Stille aus dem Mittelalter
"Kaum wahrnehmbar schälte sich der auf der Tambura gestrichene Orgelton aus der Stille. Von dort aus entwand sich die Stimme leuchtend Stufe um Stufe in die Höhe, um oben angekommen, sternengleich zu strahlen. Mit ihrem Konzert "Stella Maris'' schenkten Christoph und Stephanie Haas am Samstagabend den Zuhörern in der Stadtkirche eine gute Stunde lang schönste Zeitlosigkeit, erfüllt von tiefer Ruhe und Freude.
"Stella Maris'' heißt ins Deutsche übersetzt Meeresstern. Gemeint ist damit die Gottesmutter Maria, die die Mystikerin Hildegard von Bingen in ihren Gesängen immer wieder preist. Insgesamt sechs dieser wunderbaren Kleinode mittelalterlicher Tonkunst interpretierte Stephanie Haas. Jede einzelne Silbe wurde dabei von ihr liebevoll und behutsam modelliert und wie ein Edelstein eingefasst, ehe sie sie in den Äther entließ. Dort verband sie sich mit den vorausgegangenen und nachfolgenden, so dass sie gemeinsam gleich kostbaren Ketten schimmerten, leuchteten, strahlten. Stephanie Haas hat sich lange und intensiv mit diesen Gesängen beschäftigt. Wohl deswegen atmete ihre Interpretation gleichermaßen einen wunderbaren, inneren Frieden sowie eine fast überirdische Freude. Weit gespannte Bögen über viele Schleifen und Windungen hinweg sowie die nuancierte Binnengestaltung vermittelten so gleichsam klingende Stille. Zu Herzen ging die unprätentiöse Hingabe der Interpretin, die der Musik ein Höchstmaß an wohl tuender Authentizität verlieh.
Christoph Haas saß seiner Frau sensibel zur Seite und war zwischen den Gesängen mit eigenen Kompositionen zu hören, deren Charakter sich harmonisch zu den mittelalterlichen Melodien fügte. Meist brachte er seine beiden Tamburas zum Klingen, die zur Familie der Langhalslauten gehören und sich durch ihren Obertonreichtum auszeichnen. Das Schwingen der bewegten Saiten und ihrer Obertöne schmiegte sich fast unmerklich als weich vibrierende Basis an den klaren Gesang. Bei "O quam pretiosa'' begleitete Haas die Stimme nur mit einer Rahmentrommel und setzte mit ihr sparsamste Akzente zwischen die einzelnen Bögen. Dem tiefen, inneren Frieden dieses Duos konnte sich keiner entziehen. Faszinierend war sein Solostück "Perdito'', bei dem er seiner Rahmentrommel geradezu ein ganzes Percussionsorchester entlockte, durch verschiedenste Anschlagsarten ein komplexes Rhythmusgeflecht mit vielen Klangfarben erzeugte. Es dauerte eine Weile, bis das Publikum nach dem letzten Stück wieder in die Realität zurückfand, dann aber lange und kräftig applaudierte."
(
Gabriele Müller, Leonberger Kreiszeitung)

"Reinste a-capella-Kultur, vollendete Legato-Stimmführung auf langem Atem. Einerseits ist das Stuttgarter Ehepaar auf Grund intensiver Hildegard-Forschung um größtmögliche Authentizität in den sakralen Gesängen bemüht, andererseits versteht es Christoph Haas, übliche Hörgewohnheiten zu erweitern. Ob die Klänge sphärisch aus einem durch die Luft geschwungen Airtube klingen oder von verschiedenen Rahmentrommeln und der indischen Tambura, einer Art viersaitige Langhalslaute, pulsieren - Christoph Haas beherrscht die Weltsprache des Rhythmus. Seine Kreativität schlägt Brücken zwischen den Kulturen des Orients und des Okzidents, zwischen Neuer Musik und der des Mittelalters - faszinierend und außergewöhnlich: Meditativ-magische Horizonte tun sich auf."     (Christa Kanand, Ulmer Zeitung)
 
"Der Sängerin Stephanie Haas gelingt es, die musikalische Spannung vom Wortakzent und der dichterischen Eigenart des jeweiligen Textes abzuleiten. sie gibt dem Gesang Raum und Zeit: eine ungewöhnliche Ruhe und Eindringlichkeit ist dieser Hildegard-Interpretation zu eigen."
(
Martin Erdmann, "Gutes aus Klöstern")
 
"Christoph Haas, hier gleichermaßen Komponist und Interpret, führt in eine Klangwelt von ungeahnter Weite. Höchst diffizil macht er das reiche Obertonspektrum seiner Instrumente hörbar und läßt ein zutiefst ineinander verwobenes Geflecht von Melodien und Rhythmen entstehen, die entspannte Ruhe und wache Aufmerksamkeit zugleich bei den Zuhörenden evozieren."  (Dr. Barbara Stühlmeyer, Musikwissenschaftlerin, Hof)
 

"Musikalische Strukturen, die durchsichtig werden für die Paradoxe der Stille, die hinter der musikalischen Oberfläche allzu leicht verschwindet. Denn Stille ist eben nicht nur das Nichts zwischen zwei Tönen, ist nicht nur Abwesenheit. Stille ist ein Raum, aus dem Töne heraufklingen in die Hörbarkeit, in den sie wieder versinken und der in diesen Strukturen immer  wieder mitklingt. Bei den Gesängen der Hildegard von Bingen kommunizierten Raum, Licht und Klang auf einzigartige Weise. Lied und Kirche entstammen derselben Zeit, demselben Geist, derselben Frömmigkeit. Die homophonen Bögen der Gregorianik schmiegen sich genau in die ebenmäßigen Bögen der  Kirchenschiffe, und die klaren Maße der Architektur passen dem Klang wie ein maßgeschneidertes Gewand. Stephanie Haas zog diese Bögen mit dem richtigen Verhältnis von Schlichtheit und gesanglicher Formung, so daß auch hier die hörbare Struktur transparent wurde für das Dahinter: mittelalterlich-mystisch gedacht die große Leere, die zugleich die Fülle Gottes ist. Musikalisch gedacht aber: die Stille. Und beides in eins gedacht:
Stille, das ist eine zarte Fülle."              
(
Mario Limbach, Böblinger Zeitung)